Reggae

Roots-Reggae

Roots-Reggae ist die weltweit populärste Form des Reggae. Charakterisiert wird der Roots-Reggae einerseits durch extremes Laid-Back und einen relativ langsamen Rhythmus, andererseits durch eine starke Politisierung der Texte und eine gewisse Hinwendung zu spirituellen Dingen: Roots-Reggae wurde auch zum Symbol der halbreligiösen Rastafaria-Bewegung, welche gleichzeitig politischer Natur war und ist. Noch heute ist der Roots-Reggae in Afrika und natürlich auf Jamaika die dominierende Form des Reggae in den Klubs und Diskotheken. Seinen Höhepunkt erreichte der Roots-Reggae in der Mitte der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als Bob Marley zum weltweiten Reggae-Idol aufstieg. Der weiße Blues-Musiker Eric Clapton schaffte es mit einem Cover von Marleys „I shot the Sheriff“ gar zur Nummer 1 in den US-Charts als erster Reggae-Song.

Dub-Reggae

Dub-Reggae ist Reggae-Musik mit elektronischen Musikeffekten. Dabei wird zunächst ein Reggae-Stück als Grundlage verwendet. Dazu wird mit Echo, Hall und Klangmodulation ein spezifischer räumlicher Klang erzeugt. Das sind die sogenannten Dub-Effekte. Das so erzeugte Klangbild ist zusätzlich sehr basslastig. Ferner werden einzelne Aufnahmespuren ein- und wieder ausgeblendet. Das wichtigste Vehikel dabei ist das Soundsystem, mit dem ähnlich einem Synthesizer Musikstücke, Effekte und Samples eingespielt werden. Dieses Gerät kommt auch bei Live-Auftritten zum Einsatz. Zu einem der Pioniere des Dub-Reggae zählt King Tubby, der als Reggae Toningenieur galt. Später kamen Lee Scratch Perry und der Mad Professor hinzu, die mit hochwertigen Produktionen und erweiterten Mischtechniken für Furore sorgten. Es gibt diverse Labels, die sich auf Dub-Reggae spezialisiert haben. Dazu zählen On-U-Sound und Ariwa.

Dancehall-Reggae

Dancehall-Reggae, auch nur Dancehall genannt, ist eine Musikrichtung, die auf der jamaikanischen Reggae Musik aufbaut. Die Grundlage des Dancehall-Reggae ist der bass- und beatstarke Instrumentalteil. Dafür werden Synthesizer, Drumcomputer und Soundsysteme verwendet. Über die Instrumentalteile, den sogenannten Riddims, wird gesungen, beziehungsweise getoastet. Dies ist eine Art Sprechgesang. Dancehall-Reggae kann sowohl nur getastet oder gesungen, als auch gemischt praktiziert werden. Typisch für Dancehall-Reggae ist, dass immer eine Strophe mit der gleichen Aussprache der letzten Silben im Vers gereimt wird. Dancehall-Reggae hat Ähnlichkeiten mit Hip-Hop, unterscheidet sich aber vom Rap. Er ist nicht nur rhythmisch, sondern enthält stimmhafte Töne und kleine Melodien. Der Sprechgesang wurde durch den Reggae Künstler U-Roy bekannt. Ein beliebter Interpret der 90-er ist Shabba Ranks. Weitere moderne Künstler sind Seeed und Sean Paul.

German Reggae

German-Reggae bezeichnet zunächst in Deutschland und meist von deutschen Interpreten vertretenen Reggae. Die Musik ist hierbei rhythmisch stark an das jamaikanische Original angelehnt, obwohl sich im Sound gewisse Unterschiede auftun können, was möglicherweise an der professionelleren Produktion hierzulande liegen mag. In der Instrumentierung und auch in den Gesangsensembles (männlicher Sänger, weiblicher Chorus) gibt es keine Unterschiede; Deutscher Reggae setzt teilweise mehr elektronische Elemente ein. Auch dies dürfte an den Möglichkeiten der hiesigen Studios liegen. Es gibt zwei Arten des German-Reggae: Den in Deutsch gesungenen und den in Englisch gesungenen German-Reggae. Für erstere Stilrichtung dürfte der bekannteste Interpret Jan Delay sein. Die zweite Variante wird vor allem durch Gentleman verkörpert, der sogar auf Jamaika gespielt und gehört wird, was einem Ritterschlag gleichkommt.