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Übersicht :: Reggae & Dancehall :: Allgemeines :: Zwischen Homo- und Dancehallphobie in Deutschland
moderiert von: Baum, Hillman

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Zwischen Homo- und Dancehallphobie in Deutschland

Jesuaesen verfasst: 05.09.2008, 15:30
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Beiträge: 6979

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letzter Besuch: 11.03.10
Das Thema wurde hier ja auch schon einige Male angerissen und die Diskussionen verlaufen meist im Sande, trotzdem würde ich gerne aus aktuellem Anlass einen neuen Sammelthread zu diesem Thema, an dieser Stelle eröffnen. Die News zum aktuellen Anlass könnt ihr hier lesen.



Es geht mir vor allem um folgende Dinge:

- eine Bestandsaufnahme
-> was ist bisher passiert?
-> wo gibt es welche Artikel?
-> wer sind die Fadenzieher auf beiden Seiten?

- eine Meinungsforschung
-> wie seht ihr diese Diskussion?

- eine Linksammlung
-> wo findet man die wichtigen Artikel auf beiden Seiten?
-> wo wird heiß diskutiert?
-> wo sind Meinungen festgehalten?

- eine Lösungsfindung
-> was sind die Auswege?
-> wie muss in Zukunft vorgegangen werden?
-> was möchtet ihr selbst?



Ich würde mich über zahlreiche und vielseitige Meinungen freuen. Bitte haltet euch an gewisse Regeln. Ich will hier keine Hetze und keine Beleidigungen lesen!

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"Leg den Regenschirm weg, es regnet weil es Gott will!"
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Scheiß auf Bohlen, scheiß auf Bretter die die Welt bedeuten
Alles nur Theater und noch nicht Mal vor den eigenen Leuten!
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gabi verfasst: 10.09.2008, 13:00
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registriert: Sep. 2008
Beiträge: 2

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letzter Besuch: 10.09.08
ich finde diese diskussion außerordentlich wichtig, denn in meinen augen geht es um ein überfälliges umdenken auf seiten der artits/produzenten/veranstalter - und uns hörerInnen/fans.
ZitatNiemand von uns will in Zukunft auf fast alle Shows jamaikanischer Reggae- und Dancehallartists verzichten. Niemand will sich vorwerfen lassen schwulenfeindlich zu sein, nur weil er diese Musik hört.

dieses statement finde ich problematisch! warum sollte ein rigoroses unterbinden gewaltverherrlichender/rassistischer inhalte zu einer indizierung aller jamaikanischer künstlerInnen führen?
für mich steht reggae für das gegenteil von gewalt, man mag mich naiv nennen... wer sich für die musik/texte im sinne beenie mans etc. begeistert oder blind konsumiert, hat entweder etwas nicht mitbekommen, sympathisiert oder ist schlicht ignorant. kein gesund denkender mensch kann mordaufrufe unterstützen!
ich würde mir von dieser community eine klare haltung gegen hass und gewalt wünschen, die auch nach außen publiziert werden kann.



editiert von: gabi, 10.09.2008, 22:00 Uhr
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Thompson verfasst: 10.09.2008, 14:03

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Beiträge: 3457

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letzter Besuch: 11.03.10
Mir wäre halt eine Sache mal äußerst wichtig, nämlich das der Vorwurf der Homophobie und Gewaltverherrlichung auf den Künstler bezogen wird und nicht, wie so oft geschehen, auf die ganze Musikrichtung.
Es gibt ja auch jede Menge gewaltverherrlichende/fremdenfeindliche/antisemitische Rockmusik nur führt dieses in keinster Weise dazu das das ganze Genre "Rock" am Pranger steht. Wieso muss bei Reggae immer gleich auf die gesammte Szene geschlossen werden?

gabiich würde mir von dieser community eine klare haltung gegen hass und gewalt wünschen, die auch nach außen publiziert werden kann.

Das Reggae-Town eine klare Haltung gegen Hass und Gewalt hat ist doch wohl klar.

gabifür mich steht reggae für das gegenteil von gewalt, man mag mich naiv nennen...

Reggae ist in erster Linie ein Musikstil. Du kannst mit einem Musikstil nur bedingt eine Message verbinden.
Und nur "Friede, Freude Eierkuchen" (sry für die etwas überspitzte Formulierung) hast du im Reggae doch häufig nicht. Es wird vielmehr oft dazu aufgerufen sich gegen das System zu stellen, sich zu Erheben gegen die Ausbeutung, zu rebellieren etc. Das hat mit Pazifismus in meinen Augen nicht viel zu tun.


Links zu älteren Diskussionen zum Thema "Homophobie" bei Reggae-Town:
Bun out di Chi Chi
Bounty Killer Tour 2008
Homophobie zum 1000ten mal?
Dancehall Culture
Nicht homophob //...

edith: grad nochmal drüber gelesen und meinen "Leider wurde dieses Thema..." Eingangssatz gestrichen. Das Thema kann natürlich nicht oft genug diskutiert werden, also versteht mich bitte nicht falsch. Ist halt nur so das das Thema schon seid 2-3 Jahren immer wieder aufkommt und sich leider immer noch nix getan hat...




editiert von: Thompson, 13.09.2008, 15:43 Uhr

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ras-tafari-bln verfasst: 10.09.2008, 14:16
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registriert: Jun. 2008
Beiträge: 114

Status: offline
letzter Besuch: 22.10.09
Thompson

Reggae ist in erster Linie ein Musikstil. Du kannst mit einem Musikstil nur bedingt eine Message verbinden.
Und nur "Friede, Freude Eierkuchen" (sry für die etwas überspitzte Formulierung) hast du im Reggae doch häufig nicht. Es wird vielmehr oft dazu aufgerufen sich gegen das System zu stellen, sich zu Erheben gegen die Ausbeutung, zu rebellieren etc. Das hat mit Pazifismus in meinen Augen nicht viel zu tun.

Es wird oft dazu aufgerufen, gegen das vorhandene System (u.a.)der Unterdrückung und Menschenverachtung aufzustehen-RICHTIG!
Reggae hat einen gewissen Ursprung, den ich hier wohl nich erklären muss. 1141 Da sind meiner Meinung nach Sexismus und Gewaltaufrufe gegen Minderheiten eindeutig fehl am Platz! Klar hat das vorrangig mit dem eigenen Statement zu tun und zielt wohl darauf ab, was besseres (vor allem im Sinne of the highest one) zu schaffen-insofern ist diese Musikrichtung schon dafür da, Frieden zu schaffen! Wie war das? "No Justice, no Peace!"-Es ist ein steiniger Weg.......In diesem Sinne, Bless



editiert von: ras-tafari-bln, 10.09.2008, 14:20 Uhr

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gabi verfasst: 10.09.2008, 21:59
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Beiträge: 2

Status: offline
letzter Besuch: 10.09.08
da ich erst frisch mitglied der community bin, weiß ich nicht, ob thompsons meinung stimmt "klare haltung gegen hass und gewalt" - ich gehe davon aus, sonst wäre ich nicht hier. allerdings habe ich mich noch nicht durch alle foren gearbeitet - danke für die links!
im übrigen höre ich seit ca. 30 jahren reggae... rebellion gehört dazu. die muss doch aber nicht zwangsläufig gewalttätig sein, hass verbreiten oder gar zum mord aufrufen-

problematisch finde ich stumpfes konsumieren, ohne überhaupt mitzukriegen, was eigentlich zum ausdruck gebracht wird - und das passiert auch durch viele djs, die sich einfach über stimmung freuen und diese songs noch verbreiten.
natürlich sollten die hatesongs einzelner "künstler" nicht pauschaliert werden, darum geht es mir ja gerade. wenn es z.b. hier diesen klaren ausdruck gegen künstler mit hasstexten gibt, ließe sich das in der öffentlichkeit besser kommunizieren. vielleicht ließe sich damit in die öffentlichkeit gehen, z.b. auf ständen von reggae-town auf festivals.

hier sind ein paar links:
http://www.ridd...e.php?id=268

http://www.bloo...834_php4.htm

http://www.hous...mmunity.html

http://www.neon.../224872.html
(hier gab es viel diskussion)

grüße!
&
"stand up for your rights!"



editiert von: gabi, 10.09.2008, 22:00 Uhr
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Anonymous   verfasst: 11.09.2008, 15:05
unregistrierter Benutzer http://de.indym...224983.shtml
http://www.stop...murdermusic/

Auch geplante Konzerte von Vybz Kartel, Anthony B und Capleton können von den Absagen betroffen sein.
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Anonymous   verfasst: 11.09.2008, 15:09
unregistrierter Benutzer http://ch.indym.../62546.shtml
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Anonymous   verfasst: 11.09.2008, 16:03
unregistrierter Benutzer http://www.soul...anifesto.htm
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Singrow verfasst: 11.09.2008, 16:20

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registriert: Jan. 2005
Beiträge: 2837

Status: offline
letzter Besuch: 11.03.10
quakehttp://de.indym...224983.shtml
http://www.stop...murdermusic/

Auch geplante Konzerte von Vybz Kartel, Anthony B und Capleton können von den Absagen betroffen sein.


Also was indymedia dazu schreibt, liest sich meist wie die Bild Zeitung und schafft daher in meinen Augen meist noch mehr Konfliktpotential, anstatt einen Dialog anzuleiten. Auf der Seite von der Bern Kampagne springen einen die gesammelten Links von diesen Artikeln oder homosoexuellen Communities nur so ins Auge. Ob das so sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln, da es eine sehr einseitige Berichterstattung ist, die wie man in Reggae Foren merkt, sogar langsam schon zu Frust & Wut der Konsumenten führt und so wieder das Gegenteil von einer Einigung/Regelung erzielt.

"Wir wollen mit unserem Projekt erreichen:

# dass es schwulen- und lesbenfeindliche MusikerInnen in Bern und der Schweiz schwer haben, Auftrittsmöglichkeiten zu finden.
# dass Soundsystems, deren DJ(ane)s und MCs "Battyman"-Tunes solcher MusikerInnen auflegen und/oder mitschreien, es ebenso schwer haben."


Was die Verantwortung der Soundsystems angeht, kann ich den Forderungen nur zustimmen und denke, das die Realität auch zeigt, wohin der Trend dort geht hierzulande. (edith weiß das es auch Ausnahmen gibt)

Finde die Grundidee sehr gut, irgendjemand muss ja auch die ersten Schritte gehen und Initiave ergreifen. Aber die Formulierung hört sich für mich gerade so an, als wenn der LSVD kommt und mit seiner Lobby Arbeit uns bald vorschreibt, welche Tour noch genehmigt wird und welche nicht (und das wird ja gerade praktisch erprobt wie schnell das doch geht). Das halte ich für sehr problematisch, gerade weil ich mir selbst bewusst bin, das viele der bekanntesten/erfolgreichsten Dancehall Acts einfach sowohl charakterlich (etwas anmaßend, ok), sowohl auch als Künstler offen homophop sind. Wo wird da die Grenze gezogen, erst Recht wenn sie von offen negativ dazu eingestellten Parteien definiert werden kann!?
Ich finde es schade, das ich mir wohl in nächster Zeit kaum einen Buju Banton angucken kann... muss ich mich schämen das hier zu schreiben?!

Ich will nicht pro homophop hier verstanden werden, aber sehe ich auch nicht ein, das Artists bzw. ein ganzes Musikgenre über einen Kamm geschert wird. Das tut zumindest die Contra Seite momentan und hat damit großen Erfolg. Im Sinne einer gemeinsamen Lösung ist es sicherlich eher sinnvoll das man einen Dialog führt und nicht eine Feindschaft aufbaut. Bei DHM hat jemand eine gute Idee forumliert, das man doch von der Massive hier in Deutschland, den Druck auf die Artists aufbauen müsste. Ob nun mit Unterschriften Sammlungen, Verträgen, Podiumsdiskussuionen oder dem schlichten Buhruf bzw. Boykott bei der Aufführung homophober Inhalte auf einer Bühne. Die Reggae und Dancehall Liebhaber müssen ihre Intoleranz gegenüber der Einstellung ihrer Lieblingsartists zum Ausdruck bringen, um so auch eine nachhaltige Wirkung erzielen zu können.

So ein paar Gedankengänge von mir, der niemals einen homophob ausgerichteten Tune spielt, trotzdem gerne Beenieman und Vybz Kartel hört und bestimmt der Erste ist, der bei seinem ersehnten Buju Banton Konzert auf die Barrikaden geht, wenn ein "Boom Boom Bye" angestimmt wird....

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Anonymous   verfasst: 11.09.2008, 16:32
unregistrierter Benutzer Wenn die hiesige "Reggae-Szene" bis einschließlich Heute nicht im Stande ist sich zu Positionieren, dann erledigen das halt "andere" für uns!
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Anonymous   verfasst: 11.09.2008, 17:00
unregistrierter Benutzer Sizzla´s point of fiew:

http://www.yout...=r4WQl6qBDtI
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HoRo verfasst: 11.09.2008, 17:02
Pixelbelichter
Pixelbelichter


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letzter Besuch: 12.03.10
quakeWenn die hiesige "Reggae-Szene" bis einschließlich Heute nicht im Stande ist sich zu Positionieren, dann erledigen das halt "andere" für uns!


Genau so sieht es aus, viel "Bla Bla" in irgendwelchen Foren, ABER es wäre bisher entgangen, z. B. einen Soundsystem-MC während eines Gigs auf der Bühne mit einer klaren Positionierung erlebt zu haben.

Es gab (und gibt) ja immer mal wieder Veranstaltungen a´la "Fight against rascism" oder auch diverse Benefiz-Sachen - eigentlich könnte und müsste man diesen Faden entsprechend weiterspinnen ...

Denn vom reinen Nichtstun seitens der Reggaeszene wird es keine positive Veränderungen geben.

Irie greetz - HoRo


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Wo kämen wir hin wenn alle sagten wo kämen wir hin und keiner ginge um zu sehen wohin man käme wenn man ginge ?
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Singrow verfasst: 11.09.2008, 17:04

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quakeWenn die hiesige "Reggae-Szene" bis einschließlich Heute nicht im Stande ist sich zu Positionieren, dann erledigen das halt "andere" für uns!


Wenn man das akzptieren kann?
Denke das es sinvoll ist, weiterhin ein Bestreben zu haben, nach einem Kompromiss zu suchen, der vor allem auch nachhaltig ist. Genauso wie ich denke, das gewisse Kritik, die von Seiten der zerspalteten "hiesigen Szene" kommt, gerechtfertigt ist.
Mal davon abgesehn, halte ich es in den seltensten Fällen für sinnvoll, Probleme von einer Partei fremdbestimmend lösen zu lassen.

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blindman verfasst: 11.09.2008, 17:47
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kurz und knapp: (edith: haha!)

reggae is a peoples ting.
in deutschland gibt es andere herangehensweisen und meinungen zu themen. man muss sich schlicht und ergreifend klar positionieren. ganz einfach ausgedrückt keine homophoben tunes auflegen. wir hatten das thema vor ein paar tagen:
wer einmal ein bewusstsein für die sprache und die lyrics aufgebaut hat (und das ist wie ich finde grundvoraussetzung fürs auflegen) und versteht was gesagt wird, hat nicht mehr den luxus darüber hinwegzusehen. wenn man weiss was da gesagt wird, hat man wenn man einen gesunden menschenverstand hat keine wahl außer diesen tune nicht zu spielen, außer man steht hinter den lyrics, womit man sich öffentlich ins abseits stellt und dazu stehen muss dass man gewalt und diskriminierung als richtig sieht (?! klingt komisch wenn man es sich so auf der zunge zergehen lässt oder?). das geht dann gar nicht so sehr um den artist der es singt oder sonstwas, sondern einfach um die eigene integrität. positionierung ist das stichwort.
ausreden gibt es aber genug.


"wir wollen nicht zensieren, wir haben kein recht dazu"

-wake up. du bist ein selector. das kommt von select zu deutsch auswählen. wenn man in die wortbedeutung geht, dann sieht man es heisst, du entscheidest dich für eine sache aus einer menge x. damit zensiert man indirekt alles andere wenn man so will. aber das ist auch die aufgabe eines selectors, außer man sieht sich als jukebox. ein selector hat die aufgabe und verantwortung musik auf die teller zu legen und NICHTS und NIEMAND anders ist dafür verantwortlich. der selector als mensch ist dafür verantwortlich. allein die formulierung einer solchen entschuldigung (die wir bereits zu genüge von vielen selectors gehört haben) zeigt, dass viele sich unbewusst verteidigend vor eine position stellen. man muss es so sehen: man zensiert nichts, sondern entscheidet sich eher etwas positives zu präsentieren. pro statt contra. positive vibes anstatt von negativen. das ist keine zensur, sondern eine pro-entscheidung FÜR positive lyrics.


"andere länder, andere sitten"

- das ist korrekt, aber das letzte mal als ich gecheckt habe, waren wir in deutschland und nicht auf jamaica, darüber hinaus sind die wenigsten soundboys jamaikaner. wo ist also das argument? man weiss es nicht.


"ich versteh die lyrics nicht"

-6, setzen. hoecker sie sind raus. jemand der nicht das versteht was er auflegt (nicht unbedingt bis ins detail, aber dass man sich vorher damit auseinandergesetzt hat), sollte meiner meinung nach die klamotte auflegen an den nagel hängen.


"ist mir egal was die da sagen, ich feier die musik voll ab"

-man glaubt es kaum aber solche dudes und dudettes gibts ganz schön oft. meiner meinung nach auch keine basis für den job eines selectors. mangelndes interesse in einem bereich wo genau das gegenteil gewünscht ist, ist der killer.


kommen wir zum eingemachten:

all das vorangegangene ist im grunde unabhängig davon wie man zu dem ganzen thema steht und wie die eigene und persönliche meinung ist. sprich: wie man zu dem thema homosexualität steht. es geht nicht darum ob man das richtig oder falsch findet, es geht hier um respektvollen umgang mit mitmenschen und vor allem um das befürworten von positiven dingen anstelle von negativen. wenn man sich bewusst entscheidet uplifting tunes zu spielen, anstatt tunes mit destruktiven lyrics, dann hat das nix mit der meinung zu einem thema zu tun, sondern mit gesundem menschenverstand und dem wunsch positives voranzutreiben.

schlussfolgernd denke ich sind die bemühungen gewisse artists zu verbannen offen gesagt nicht sinnig, da hier versucht wird plakativ etwas zu demonstrieren und die eigene präsenz zu zeigen. das ist kein lösungsansatz sondern machtgehabe. würde man konsequent auf diese schiene weiterfahren müsste man etwa 99% aller jamaikanischen artists verbieten. ja auch der oftgenannte godfather of reggae dürfte nicht mehr die stimme erklingen lassen (über platte versteht sich).

fänd da eine informativ kreative kampagne mit text übersetzungen und eine bewusstseinsschaffung bei den hörern viel wichtiger. an zweiter stelle, aber nicht minder wichtig, sehe ich dies: als selector die verantwortung anzunehmen die man hat, und positive musik in den vordergrund ihrer selection zu stellen und negative musik außen vor zu lassen.

abschließend möchte ich zusammenfassend sagen:
die lösung dieses konflikts liegt nicht darin dass sich beide parteien einig werden. im leben gibt es oftmals situationen in denen man sich nicht einig wird und das ist auch nicht schlimm, solange man weiss wo die eigene freiheit aufhört und wo die freiheit eines anderen anfängt. und genau dort liegt der ansatzpunkt. man muss einen weg abseits von diesen beiden "lagern" einschlagen und einfach das positive an dieser musik zum ausdruck bringen. konstruktive aktion anstatt destruktive diskussion.

best regards,
dr. prof. silan stardust







editiert von: blindman, 11.09.2008, 17:51 Uhr

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http://www.mysp...rimstonefire

Brimstone and Fire - Schau nach vorn EP - OUT NOW!
DOWNLOAD --> http://www.regg...lid-167.html

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Derfisch verfasst: 11.09.2008, 23:22
Oaistar
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Beiträge: 821

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letzter Besuch: 07.03.10
Singrowund bestimmt der Erste ist, der bei seinem ersehnten Buju Banton Konzert auf die Barrikaden geht, wenn ein "Boom Boom Bye" angestimmt wird....


blindman

"ich versteh die lyrics nicht"

-6, setzen. hoecker sie sind raus. jemand der nicht das versteht was er auflegt (nicht unbedingt bis ins detail, aber dass man sich vorher damit auseinandergesetzt hat), sollte meiner meinung nach die klamotte auflegen an den nagel hängen.

"ist mir egal was die da sagen, ich feier die musik voll ab"

-man glaubt es kaum aber solche dudes und dudettes gibts ganz schön oft. meiner meinung nach auch keine basis für den job eines selectors. mangelndes interesse in einem bereich wo genau das gegenteil gewünscht ist, ist der killer.


Jau, Singrow + blindman `s Meinung kann ich vertreten.



Aber... ich bin nur User der Musik. Hör den Riddim, das Patois passt ; hört sich gut an, gefällt mir. Texte übersetzen; hab ich früher mal gemacht; jetzt höre ich Deutsch-Reggae.

Aber Zensur ! , durch den Selector... kanns auch nicht sein,
Dann auch alle Raucher-Songs wech - bin Nichtraucher....etc

"Boom Boom Bye" hab ich bewusst nie gehört, vielleicht beim Konzert? Hab auch schon `bye`gerufen, weil ich dachte das Konzert ist zuEnde. ;)

Als Plattenaufleger kann man auswählen, als "nur" Hörer wirds schon schwierig.

Wieviel % von R-T "nur-Hörer" übersetzen denn jeden Text für sich im Kämmerlein ?

so nebenbei : Wieviele Leute gehen zu einem Reggae-Konzert ? (Festivals ausgenommen)

Das (wir) ist/sind doch nur ein ganz kleiner Krümel.

Oder müssen wir jetzt ausrufen : Währet den Anfängen !!!!





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Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin 1882-1948)
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Jesuaesen verfasst: 12.09.2008, 00:20
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Beiträge: 6979

Status: offline
letzter Besuch: 11.03.10
DerfischWieviel % von R-T "nur-Hörer" übersetzen denn jeden Text für sich im Kämmerlein ?



Ich persönlich kann mir keine Musik intensiv anhören deren Aussage ich nicht verstehe. Mit der Sprache beschäftige ich mich nicht so intensiv wie ich es am liebsten tuen würde aber zumindest so viel, dass ich die Dinge einigermaßen verstehen kann. Wenn ich Dinge gar nicht verstehe informiere ich mich im Normalfall, sofern es ein Tune ist den ich mir öfter anhöre.

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danny verfasst: 12.09.2008, 10:22
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Beiträge: 794

Status: offline
letzter Besuch: 01.03.10
Derfisch
Wieviel % von R-T "nur-Hörer" übersetzen denn jeden Text für sich im Kämmerlein ?


wenn ich nen tune höre,in dem batty/chichiman etc. vorkommt,werd ich schon ma hellhörig.dann versuch ich auf jeden fall den text so genau wie möglich zu verstehen um ihn ggf aus meiner box zu verbannen.
gelingt mir nich in jedem fall,aber ich bemüh mich..

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Thompson verfasst: 13.09.2008, 16:47

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Beiträge: 3457

Status: offline
letzter Besuch: 11.03.10
gabida ich erst frisch mitglied der community bin, weiß ich nicht, ob thompsons meinung stimmt "klare haltung gegen hass und gewalt" - ich gehe davon aus, sonst wäre ich nicht hier. allerdings habe ich mich noch nicht durch alle foren gearbeitet - danke für die links!

Also erstmal natürlich herzlich willkommen bei reggae-town icon_smile
Ich kann bezüglich der "klare haltung gegen hass und gewalt" Einstellung natürlich nicht für die ganze community sprechen, würde dies aber für den mir bekannten Kreis der Leute hier schon unterschreiben.

gabiim übrigen höre ich seit ca. 30 jahren reggae... rebellion gehört dazu. die muss doch aber nicht zwangsläufig gewalttätig sein, hass verbreiten oder gar zum mord aufrufen-
problematisch finde ich stumpfes konsumieren, ohne überhaupt mitzukriegen, was eigentlich zum ausdruck gebracht wird - und das passiert auch durch viele djs, die sich einfach über stimmung freuen und diese songs noch verbreiten.
natürlich sollten die hatesongs einzelner "künstler" nicht pauschaliert werden, darum geht es mir ja gerade. wenn es z.b. hier diesen klaren ausdruck gegen künstler mit hasstexten gibt, ließe sich das in der öffentlichkeit besser kommunizieren. vielleicht ließe sich damit in die öffentlichkeit gehen, z.b. auf ständen von reggae-town auf festivals.

Den Ansatz eines klaren Ausdrucks nach außen von Reggae-Town zu dem Thema fände ich auch gut. Und wenn das ganze nur auf ein "Stop Murder Music" Banner, oder ähnliches hinauslaufen sollte wäre das auf jeden Fall schonmal mehr als nix und könnte als Grundlage für weitere Diskussionen verwendet werden.

quakeWenn die hiesige "Reggae-Szene" bis einschließlich Heute nicht im Stande ist sich zu Positionieren, dann erledigen das halt "andere" für uns!

Genau hier liegt echt einer der großen Knackpunkte. Das Problem ist wohl das die "Reggae-Szene" nicht mit einer Stimme spricht, keinen Verband hat der für sie Sachen formuliert, nach aussen trägt. Wie es zum Bsp. der LSVD für die Homosexuellen in Deutschland tut. Irgendwie wird dieses Thema zwar seid mehreren Jahren im Netz diskutiert, in der Öffentlichkeit, vor allem auf Bühnen, allerdings totgeschwiegen. Da würde ich mir mehr klare Statements von Künstlern/Soundsystems wünschen wie HoRo schon geschrieben hat.


blindman"ich versteh die lyrics nicht" -6, setzen. hoecker sie sind raus. jemand der nicht das versteht was er auflegt (nicht unbedingt bis ins detail, aber dass man sich vorher damit auseinandergesetzt hat), sollte meiner meinung nach die klamotte auflegen an den nagel hängen.

Sehe ich auch so. Dem Zuhörer mag ich noch verzeihen das er nicht versteht zu welchem Text er grad abgeht. Das habe ich z.B damals beim großen Erfolg von TOK's "Chi Chi Man" gemerkt. War ja mal eine Zeit lang ein richtiger Boomtune, viele Leute kannten den Refrain/haben ihn mitgesungen. Wenn du dann mal nachfragst "Weißt du eigentlich was Chi Chi Man heißt?" wissen das viele Leute garnicht, ist ihnen garnicht bewusst was sie soeben noch lauthals mitgegröhlt haben.
Die Verantwortung liegt hier doch ganz klar bei den Sounds. Wird auf das spielen solcher Tunes bei auf Dances verzichtet, verbreiten sie sich garnicht erst.
Werden solche Tunes von Sounds gespielt sollten die Teile der Massive die den Text verstehen die Courage haben und dem Sound ein klares Zeichen der Ablehnung entgegen bringen.
Das man als Konsument von Musik alles verstehen muss was grad gesungen wird gilt für mich nur teilweise. Höre z.B. auch gerne afrikanische/französische/spanische Musik und verstehe nicht alles. Bevor ich diese Lieder auflegen würde, würde ich allerdings schon versuchen zu verstehen mit welcher Message ich mich auf die Bühne stelle.


Wo können hier also die Lösungsansätze liegen? Letzt endlich muss die Ablehnung von Tunes ja die Künstler erreichen, damit sie keine Tunes mit diesem Inhalt mehr produzieren (Idealfall). Dies passiert, denke ich, am besten indem die Künstler die Ablehnung im Geldbeutel spüren. Das heißt Tunes mit homophoben Inhalt sollten deutlich niedrige Verkaufzahlen haben oder (im Idealfall) garnicht erst auf den Markt kommen. Hier sehe ich die Labels in einer eindeutigen Verantwortung und würde mir ein Handeln in diesem Bereich wünschen.
Den Ansatz einem Künstler auf Grund von bestimmten Liedern, die Meinungen vertreten welche in seinem Heimatland gesetzlich vorgeschrieben sind, ein Einreiseverbot zu erteilen finde ich gänzlich falsch. Jemanden auf Grund seiner Meinung zu einem ethischen Thema nicht in ein Land einreisen lassen? Wohin soll das führen?

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Benni verfasst: 13.09.2008, 17:32
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Beiträge: 306

Status: offline
letzter Besuch: 08.03.10
Zu diesem Zensurthema von "Log On" und "My Crew, My Dawgs". An sich finde ich das nicht schlecht das solche hardcore songs in Deutschland indiziert werden aber heißt das jetzt eigentlich, dass die kompletten alben verboten sind und man die restlichen lieder auch nicht mehr spielen "darf"?

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danny verfasst: 13.09.2008, 20:48
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letzter Besuch: 01.03.10
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Den Ansatz eines klaren Ausdrucks nach außen von Reggae-Town zu dem Thema fände ich auch gut. Und wenn das ganze nur auf ein "Stop Murder Music" Banner, oder ähnliches hinauslaufen sollte wäre das auf jeden Fall schonmal mehr als nix und könnte als Grundlage für weitere Diskussionen verwendet werden.


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