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Interview mit Toppa und Karsten von Irie Ites

Am 19.07.2009 23:07:25

Irie Ites gehören zu den Gründervätern der deutschen Reggae Szene im Internet. Bereits 1995 wurde der Grundstein für Irie Ites gelegt. Dieser Stein wurde nach und nach zu eben dem Haus ausgebaut, das wir heute als Irie Ites kennen. Dazu gehören neben der Website www.IrieItes.de auch die dazugehörige Radioshow, der Irie Ites Sound und inzwischen auch das 7 Inch Label Irie Ites Music. Tobias "Toppa" Wirtz und Karsten Frehe sind die beiden dienstältesten Irie Itesler und standen mir für ein ausführliches Interview zur Verfügung. Dank geht also an unsere Kollegen und Freunde von IrieItes.de...

Reggae-Town.de (R-T.de): Hi, stellt euch doch bitte als erstes Mal den Lesern auf Reggae-Town.de vor...

Irie Ites (Karsten): Wir sind Toppa und Karsten von Irie Ites. Ich selbst mache Irie Ites schon seit 1995, damals als Radiosendung in Kassel, lebe und arbeite jetzt in Hamburg und werkel von hier aus an den gemeinsamen Projekten. Wir betreiben das Ganze, wie so viele, aus reinem Interesse an der Musik, haben also keine kommerziellen Ziele. Irie Ites entsteht in der Freizeit. Hauptberuflich bin ich Lehrer für Kunst und Geografie in Hamburg. Nebenbei arbeite ich auch gelegentlich als Musikjournalist, unter Anderem für das Riddim Mag.

Irie Ites (Toppa): Ich komme aus Kassel und bin hauptberuflich Sozialpädagoge an einer Schule. Diverse Projekte und viel mit Reggae mache ich in meiner Freizeit.

R-T.de: Wer arbeitet neben euch noch an der Seite mit?

Karsten: Neben Toppa und mir ist da noch eine ganze Reihe von Idealisten, die mitarbeiten. Zusätzlich zu Aktiven in und um Kassel, zu denen Toppa vielleicht mehr sagen kann, arbeiten zum Beispiel Jürgen „Reggaedoctor“ Schickinger aus Freiburg mit, der auch als Musikjournalist unter Anderem für das Riddim Mag arbeitet und Gisela Gürtler als Fotografin in Berlin.

Toppa: Micha, der mit mir zusammen die Radiosendung macht, hilft uns ständig bei technischen Erneuerungen und schreibt Reviews. Dann gibt es noch einige Freunde die ab und zu eine Review schreiben und natürlich der Olli vom Soundsystem der die Dates aktualisiert.

R-T.de: Wie habt ihr zwei euch genau kennengelernt?

Karsten: Im Freien Radio Kassel. Da kam Toppa vorbei und sagte, er hätte Lust, an der Sendung mitzuarbeiten. Er hatte eine Tüte mit Reggaescheiben dabei, unter anderem Augustus Pablo.

Toppa: Das war der Beginn einer wunderbaren Feundschaft. (lacht)

Karsten: Stimmt. Es passt und wir können klasse miteinander arbeiten, klönen und dann, wenn wir uns mal selten live treffen, eine nette Zeit haben.

R-T.de: Könnt ihr uns etwas zu den aktuellen Irie Ites-Projekt erzählen? Was gehört alles dazu?

Karsten: Neben der Website gibt es nach wie vor noch die Radiosendung und das Soundsystem – beide eher auf Toppas Seite – und seit letztem Jahr das kleine 7 Inch Label Irie Ites Music. Eine ganze Menge für „mal so eben nebenbei“ finde ich.

Toppa: Zu dem Soundsystem gehört noch eine MixCD-Seite (Anm. d. Red.: cuzzle-mixtapes.blogspot.com). Die mache ich mit Mr. Phonky Vogelfutter a.k.a. Cuzzle Hyopaiz, die Hiphop Legende aus Kassel (Anm. d. Red.: Funk Kiosk). Es gibt diverse Genres die wir abdecken, wie zum Beispiel auch Hiphop und Dubstep. Schaut mal rein! Die Radiosendung betreuen Micha und ich. Jeden Donnerstag gibt es live eine Sendung im Freien Radio Kassel auf 105,8 Mhz um 20.00 Uhr. Die Sendung gibt es auch online zu hören unter „Radioshow“ auf www.irieites.de.

R-T.de: Ist es häufig schwierig euer Privatleben mit der Arbeit an der Website zu vereinen?

Karsten: Na klar ist es manchmal schwierig, die Zeit für eine kontinuierliche Aktualisierung der Seite zu finden. Zumal ich auch Kinder habe, die aber glücklicherweise Reggae sehr mögen.

R-T.de: Ihr seid, wie ihr ja eben schon erzählt habt, vor inzwischen mehr als zehn Jahren aus einer Radiosendung beim Freien Radio Kassel entstanden. Wie war die Entwicklung seit 1995?

Karsten: Alles fing mit der Gründung der Radioinitiative Kassel e.V. und dem damals utopisch erscheinenden Vorhaben an, ein eigenes Freies Radio für Kassel ins Leben zu rufen. Ich selbst war zu der Zeit sehr aktiv und unter Anderem als Vorsitzender der Initiative tätig. Neben anderen Inhalten war es mir wichtig, dass von Anfang an Reggae einen festen Platz im Programm bekommt. Und das nicht als „Personality Show“ a la „Karstens Reggaekiste“, sondern auch unabhängig von meiner Person. Es gab auch gleich nach Sendestart andere Beteiligte, die sich am Mikro gelegentlich einfanden, bis dann Toppa auftauchte. Er war es dann auch, der die Radiosendung „Irie Ites“ nach meinem Weggang aus Kassel weiter und bis heute aktiv betreibt. Toppa hat dann das Irie Ites Soundsystem gegründet und eine Website für den Sound gebastelt. Da kam ich dann wieder dazu, da ich parallel immer Rezensionen über Reggaeveröffentlichungen für diverse Mags geschrieben habe. Irie Ites wurde so um einen redaktionellen Teil ergänzt und entwickelte sich zu einem Onlinemag. Naja, und durch die Kontakte, die man international knüpft, kam es dann zum Label.

R-T.de: Wieso habt ihr euch für den Namen „Irie Ites“ entschieden? Was bedeutet er für euch?

Karsten: Den habe ich „verbrochen“... Auf der Suche nach einem geeigneten Namen für die Website stieß ich auf eine zauberhafte Reggaeschnulze von Third World, die ich als Band damals noch manchmal gehört habe. Auf ihrer Platte „The Story's Been Told“ von 1979 gibt es das Stück „Irie Ites“. Für mich bedeutet der Name, etwas frei übersetzt, „schöne Zeiten“ - und die wollen wir ja alle haben, oder? Die Namensgleichheit mit den Franzosen hat sich unabhängig voneinander ergeben. Irgendwann stieß ich auf deren Website www.irieites.net. Mittlerweile stehen wir in regelmäßigem Kontakt zu ihnen. Sie vertreiben zum Beispiel auch die Singles von unserem Label in Frankreich.

R-T.de: Welche Philosophie steckt hinter Irie-Ites? Was möchtet ihr damit repräsentieren?

Karsten: Von einer Philosophie würde ich nicht sprechen. Wir versuchen auf allen Ebenen Qualität zu bieten. Diesem Anspruch immer selbst zu genügen ist nicht leicht, bleibt aber die Richtschnur unseres Tuns.

R-T.de: Was sind für euch die Vorteile und Tücken des Internets?

Toppa: Die große Tücke, die uns das Internet bietet ist denke ich, dass alle Informationen ungefiltert bei uns landen können. Jeder Artist, Riddim, Tune wird als das neueste, beste, genialste Angeboten. Unser Vorteil ist es, den Besuchern eine Auswahl zu präsentieren gemessen an unseren Qualitätsansprüchen.

R-T.de: Ihr habt inzwischen auch zahlreiche Interviews geführt und seid immer wieder auch am Werkeln mit Artists und Labels... Was waren da für euch die beeindruckendsten Begegnungen?

Karsten: Interessant war und ist für mich immer das Networking. Das sind keine besonders großen Momente aber es freut mich immer wenn es mir gelingt Menschen aufeinander aufmerksam zu machen, die an ähnlichen Projekten mit ähnlichen Ansätzen arbeiten. Oder etwa das Aufmerksammachen von Labels oder Vertrieben auf gute Musik, die einem zu Ohren gekommen ist. So war ich zum Beispiel daran beteiligt, dass es Groundation und Dubmatix in Europa zu kaufen und letztendlich auch live zu sehen gibt. Ich kann halt hartnäckig am Ball bleiben, wenn ich etwas sehr schätze. Das wundert mich selbst manchmal. So war es für mich dann auch sehr beeindruckend Harrison Stafford von Groundation oder Jesse King a.k.a. Dubmatix persönlich zu treffen.

R-T.de: Groundation und Dubmatix nach Deutschland und Europa gebracht zu haben ist ja schon Mal ein großer Verdienst. Wissen die Artists von ihrem Glück? Wie bist du auf die beiden Acts aufmerksam geworden?

Karsten: Sie nach Europa gebracht zu haben klingt eine Nummer zu groß. Ich war so etwas wie ein A&R, der die Künstler dann den Labels und Vertrieben mehr als einmal und mit viel Überzeugungsarbeit nahegebracht hat. Veröffentlicht wurden dann ja beide von anderen Labels. Groundation und Jesse (Anm. d. Red.: Dubmatix) ist das aber schon noch bewusst. Es ist schwer den Fuss ganz ohne Support „vor Ort“ in die Tür zu bekommen. Der Kontakt kam beides mal über das Internet zustande.

R-T.de: Gab es neben diesen schönen Situationen auch mal wirklich skurile Situationen mit Artists oder Acts, die ihr interviewed habt?

Karsten: Geärgert hat mich die Wortkargheit eines Paul St. Hilaire in einem Emailinterview. Da hatte ich das Gefühl, er würde uns gar nicht ernst nehmen. Ich hatte auch überlegt, das Ganze dann eben nicht online zu stellen.

R-T.de: Gab es schon Mal die Überlegung das Projekt auf Eis zu legen?

Karsten: Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, das geht allen so, die nebenbei aus Idealismus eine Website betreiben. Manchmal fragt man sich, ob es wirklich die stundenlange Arbeit wert ist, die man in die Sache steckt. Ähnlich wie beim Radiomachen bekommt man ja nicht ständig Feedback und sitzt alleine vor seiner Arbeit.

R-T.de: Inzwischen ist das Angebot an Reggae Internetportalen recht groß. Wie habt ihr es geschafft euch trotzdem all die Jahre zu halten und immer wieder hervorzustechen?

Karsten: Aus der Faszination, die ich für Reggae und die unendlichen Spielarten des Genres habe, ziehe ich immer wieder Kraft. Es gibt vor allem viele Artists und Bands abseits der gewöhnlichen Verdächtigen, die tolle Musik machen und es auf jeden Fall verdient haben, Beachtung zu finden. Ich denke, dass gerade dieses Hinhören auf neue Töne aus aller Welt uns ausmacht. Guckt man zum Beispiel bei den Interviews, die wir bislang gemacht haben, finden sich sehr viele mit Künstlern, die zu der Zeit noch keine große Fangemeinde hatten. Aktuell zum Beispiel mit Hi Kee aus Jamaika, der sicherlich noch von sich Reden machen wird. An einem Interview mit Luciano oder Richie Spice hätte ich zum Beispiel kein Interesse. Die haben ihre Promoagenturen und eine entsprechende öffentliche Plattform. Ähnlich verhält es sich auch bei der Reviews und anderen Bereichen bei IrieItes.de. Zudem liebe ich Dub und da gibt es überhaupt nicht viele Infoquellen im Land, was extrem schade ist.

R-T.de: Welche Seiten besucht ihr selbst?

Karsten: Neben Besuchen bei euch gucke ich ab und an mal bei www.DancehallMusic.de vorbei. Oft aber auch bei Seiten aus dem Ausland, wie etwa www.ReggaeFrance.com oder www.ReggaeDubwise.com. In Sachen Dub gucke ich hierzulande bei www.DubFlash.com oder www.Dub-o-Rama.de vorbei.

Toppa: Ich surfe gerne auf Downloadportalen auf der Suche nach guten Tunes. Immer wieder bin ich gerne bei www.DeadlyDragonSound.com unterwegs.

R-T.de: Kommen wir nun auf das Soundsystem zu sprechen. Wo liegen die musikalischen Schwerpunkte eurer Sets und wer ist beteiligt?

Toppa: 1999 hatte ich meine ersten Sets mit Razor in der Querbeat Bar in Kassel. Damals war Kassel was Soundsystem Kultur angeht absolute Wüste. Ich machte zwar die Radiosendung regelmäßig und wusste, da gab es auch regelmäßige Hörer aber richtige Dances gab es nicht. Razor war eigentlich Hiphop DJ, hatte aber einen Favour für Ragga und Dancehall. Er kannte meine Radiosendung und fragte mich ob ich ihn nicht unterstützen möchte im Querbeat aufzulegen. Da fing ich an mir 7 Inches im Selekta Shop in Hamburg zu kaufen. In Kassel gibt es eine große gambianische Gemeinschaft und als es sich rumsprach, dass nun auch wöchentlich Reggae in einer Kneipe lief, kamen sie alle vorbei. Da traf ich auch Paco mit dem ich mich schnell anfreundete und die ersten Visionen von einem eigenen Sound entstanden.
Nun wuchs die Crew mit Asha und Mr. Gotti als Selecta an. Wir bekamen ein Angebot in einer Großraum-Discothek im Bistro aufzulegen, verließen das Querbeat und das Spot wurde für sechs Jahre unser Regular. Wir spielten uns bis in die große Halle und es liefen einige wirklich legendäre Shows. Nun sind wir im K19 gelandet. Ein Club den wir komplett mieten und unsere eigenen Parties mit eigenem Personal veranstalten. Die Crew besteht mittlerweile aus den Selectas Asha, Geasy, Coltjah, mir und den MCs Babamessage aus Uganda und Fungi aus South Africa. Ursprünglich ist Irie Ites ein Dancehall Sound mit Schwerpunkt auf 90ies Dancehall und Foundation gewesen. Durch den Einfluss von Karsten und meiner Vorliebe für Dub Music besteht unser Set nun auch aus festen Dub Parts, die immer mehr in den Vordergrund drängen. Meine Sets gehen von Early Dancehall & Digitals bis Dub und Jungle. Der „Pepperseed“ Riddim macht immer noch Laune! Uns allen ist es wichtig fernab vom Mainstream Boom Tunes zu spielen, die nicht jeder in seinem Set haben dürfte. Hört euch unsere Mixe und Live Shows auf cuzzle-mixtapes.blogspot.com an.

R-T.de: Gerade im Internet gab es in der Vergangenheit immer wieder wilde Diskussionen zum Thema Homophobie im Reggae- und der Dancehallmusik. Wie steht ihr zu diesem Thema und was ist euer Statement?

Karsten: Eine große Frage. Knapp beantwortet: Jeder kann denken was er will und es auch gerne laut in seinem privaten Leben äußern. Sobald es aber um Veröffentlichung und damit Verbreitung geht, was dann ja auch Konzerte einschließt, sieht die Sache anders aus. Ich finde wichtig, dass jegliche Form von Diskriminierung nicht verbreitet gehört. Zumal es hier um heftige Äußerungen geht. Für Selectas gilt aus meiner Sicht: Wer derartige Tunes in sein Programm einbaut, kann getrost auch als schwulenfeindlich gelten. Sich dahinter zu verbergen, dass er oder sie ja lediglich das auflegt, was angeblich Bestandteil jamaikanischer Kultur sei, kann ich nicht gelten lassen.

Toppa: Als Dancehallselecta hast du es schwer alle Artists zu verbannen die homophobe Texte haben. Wichtig ist es, als Sound keine Gewalt und Homophobie zu promoten. Du hast deine Kultur und kannst dich nicht hinter einer anderen Kultur verstecken die „angeblich“ homophobe Texte billigt. Unser Auftreten als Sound, das was die MCs sagen ist wichtig, um zu zeigen, dass wir mit unseren Auftritten keine Promoter für Gewalt sind. Diese Message rüberzubringen ist mir sehr wichtig.

R-T.de: Wie ist euer momentaner Blick auf die deutsche Reggaeszene? Was gefällt euch und was nicht?

Karsten: Gefallen tut mir, dass Reggae nach wie vor groß ist. Beknackt finde ich das Schubladendenken von vielen Reggaeheads im Land. Ist vielleicht eine landestypische Angelegenheit, bei der sich viele in Entweder-Oder-Kategorien einteilen. Entweder Dancehall oder Roots, Ska oder Dub etc.. Mir fehlt die Offenheit für andere Spielarten oder Bands und das Sowohl-Als-Auch! Das sieht man auch bei Veranstaltungen. Kommt Pow Pow zum hundertsten Mal in die Stadt, ist die Bude voll. Kommt ein mindestens ebenso guter Sound oder Artist vorbei, sind alle skeptisch und bleiben eher weg. Irgendwie auch kein Wunder, denn nur bei dem, was sie kennen, treffen sie ja auch auf die anderen Schubladendenker. Mehr Neugierde auf Seiten der Massives und mehr Mut bei den Veranstaltern wäre echt wünschenswert. Doch nun nochmal zur deutschen Reggaeszene, bezogen auf die Musik von hier: ich finde es nach wie vor toll und auch erstaunlich, wie viele Musiker sich in unseren Breiten aufmachen und Reggae, auch auf Deutsch, machen. Und das seit Jahren auf einem hohen Niveau!

R-T.de: Welche Artists aus Deutschland sind für euch am erwähnenswertesten?

Karsten: Da gibt es aus meiner Sicht sehr viele gute Artists. Neben den großen Nummern, wie Seeed und Gentleman, sind es immer wieder Newcomer, die zu überzeugen wissen. Gerade jetzt finde ich zum Beispiel die Lo-Fi Youthz und Rotfront aus Berlin, sowie I-Fire, Ras Seven und Mighty Howard aus Hamburg sehr spannend!

R-T.de: Welche Musik hört ihr momentan zu Hause?

Karsten: Ich höre gerade viel Dub! Rauf und runter. Neben Dubmatix zum Beispiel die Veröffentlichungen von der Groove Corporation, Noiseshaper, Dubblestandart, Ashtech und Webcam Hi-Fi. Es gäbe noch viele, die es wert wären, genannt zu werden. Wer interessiert ist, kann ja mal bei Irie-Ites.de vorbeischauen und in der Dubrubrik im Forum oder bei den Interviews stöbern. Da gibt es viel in diesem Bereich zu entdecken.

Toppa: Ich sammel und höre viel Rub A Rub und Digitals. Da findet man immer extrem obskure Sachen. Gerade höre ich Admiral Tibets „Deh Pon Mi Guard“ auf dem Papa Moke Label. Meistens drífte ich dann zu Dub über. Im Moment höre ich auch viel die alten Tony Tuff Sachen. Absolut genialer Sänger.

R-T.de: Hört ihr beide neben Reggae auch noch viel andere Musik?

Karsten: Musik ist ein wichtiger Bestandteil meines Alltags. Neben Reggae höre ich selbstverständlich auch viel andere Genres. Fast ebenso wichtig sind mir Bands wie Grandaddy, Fat Freddys Drop, Giant Sand und Lambchop oder Soloartists wie Howe Gelb, Oh Susanna und Bruce Cockburn.

Toppa: Außer Popmusik höre ich alle Styles und Genres. Wichtig sind mir Sachen, die nicht zu populär sind. Daran verliere ich schnell das Interesse. Experimentelle Musik liegt in meinem Interesse genauso wie Tony Gatlif aus dem traditionellen World Music Bereich, der viele interessante Künstler promotet.

R-T.de: Seit einiger Zeit seid ihr, wie eben berichtet, jetzt auch selbst als Label – Irie Ites Music - aktiv... Was habt ihr bisher veröffentlicht?

Karsten: Bislang haben wir drei Singles mit Dubmatix auf 7 Inch veröffentlicht. Der Kanadier ist einfach klasse und hat ein Gespür für tighte Sounds, die er übrigens fast durchweg alleine einspielt. Bei der ersten Single gab es einen Rootsdubtune auf einem Steppers-Riddim mit Ranking Joe zu hören.

Toppa: Gerade ist die „Rough Out“ Selection am Start. Auf zwei Singles ist der Riddim von Dubmatix in verschiedenen Varianten zu hören. Tunes gibt es von Howie Smart aus Kanada, mit einem eher einschmeichelnden Gesang, und Fitta Warri. Der Riddim ist wieder ein Stepper, geht also ab und ist gut tanzbar! Zusätzlich gibt es eine feine Dubversion des Fitta Tunes, die von AlDubb in Berlin gemixt wurde, den wir sehr schätzen.

Karsten: Von dem Fitta Tune „Honourable & Devine“ gibt es auch noch einen Mix auf einem anderen, etwas schnelleren Riddim, den auch Dubmatix gemacht hat. Diese Version kann man digital bei allen relevanten Quellen erstehen.

R-T.de: Wie kam es zu der Entscheidung ein eigenes Label zu gründen?

Karsten: Die Idee ein kleines, eigenes Label zu gründen, war schon immer mein Traum. Durch den jahrelangen intensiven Kontakt zu Jesse via Internet ergab sich einfach eine gute Gelegenheit mit guter Musik zu starten. Zudem gibt es so viel gute Musik, die in jeden Winkel der Reggaewelt hineingetragen werden sollte. Und das motiviert mich.

R-T.de: Was können wir im Jahr 2009 noch aus dem Hause Irie Ites erwarten?

Karsten: Bezogen auf das Label sind einige Sachen in der Pipeline. Mighty Howard hat gerade den „Rough Out“ Riddim gevoiced. Wenn der Mix fertig ist wird sein Tune „Irieness“ digital erhältich sein. Zudem wird es eine Single mit Dub Spencer & Trance Hill geben sowie weitere mit Dubmatix. An dieser Stelle sollen aber noch nicht alle Katzen aus dem Sack. Lasst euch doch einfach überraschen!

R-T.de: Noch ein abschließendes Statement für die Leser?

Karsten: Seid offener für Neues!

Toppa: Laut Mystic Dan „Toppa is never a floppa!“

R-T.de: Ich danke euch für die Antworten! Jetzt bitte noch schnell die wichtigsten Adressen... (grinst)

Karsten: www.irieites.de
www.myspace.com/irieitesmusic
www.myspacemusic.com/irieitessoundgermany

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